Yap – Stone Money

Yap – Stone Money -die härteste Währung der Welt

Yap ist eine der faszinierendsten Inseln Mikronesiens. Hier werden noch die alten Traditionen gelebt, Tänze und Bräuche gepflegt und der Ahnenkult, die Verehrung der Verstorbenen, in Ehren gehalten. Fischfang, Segeln und Webereien bestimmen immer noch das tägliche Leben in den kleinen Dörfern an den Küsten der Insel Yap.

Bevor der Dollar als gültiges Zahlungsmittel auf Yap Einzug hielt, dienten mannsgroße Steinscheiben als eine Art Steingeld. Heute sind noch rund 10.000 dieser Scheiben erhalten, meist in Reihen am Rand des Versammlungshauses aufgestellt. Diese Steinscheiben ähneln unseren Mühlsteinen: Sie haben ein Loch in der Mitte, durch das man einen Holzpfahl stecken kann. Damit kann man dann die tonnenschweren Steine von Dorf zu Dorf tragen oder auch rollen. Das Steingeld symbolisierte früher die Macht der Häuptlinge und den Wohlstand der gesamten Dorfgemeinschaft. Beim Handel zwischen den Dörfern wurden die Steine untereinander getauscht. Häufig ließ man die Steinscheiben dabei aber an Ort und Stelle und tauschte sie nur symbolisch aus in Form einer Art von Wechsel. Es entwickelte sich ein regelrechtes Stone – Banking -System. Denn geklaut wurden die Steine ja nicht, dazu waren sie viel zu schwer.

Die Rohlinge wurden in einem Steinbruch auf einer der weit entfernten Palau – Inseln gebrochen und an Ort und Stelle bearbeitet. Ihr hoher Wert erklärte sich aus dem Bearbeitungsaufwand und dem langen, gefährlichen Transport über die offene See.

Noch ist die Insel Yap vom Massentourismus verschont geblieben. Es gibt einige kleinere Hotels, die von den Besuchern als Basis für Tauchexpeditionen genutzt werden oder die die immer noch lebendige Kultur dieser Mikronesier kennenlernen wollen. Die Gewässer um Yap sind sauber und glasklar, Taucher und Schnorchler können Schulen von Thunfischen, Delphinen und Korallenfischen an den Riffen beobachten.

Ein Ausflug zum Cultural Village gehört ebenfalls zum Besuchsprogramm. Hier im Dorf Kaday wird noch die traditionelle Dorfgemeinschaft gepflegt und die Gäste werden herzlich aufgenommen. Man kann einer farbenfrohen Tanzvorführung beiwohnen, sich die komplizierten Muster beim Handweben erklären lassen oder mit den Gastgebern Betelnüsse kauen.

Neben der Hauptinsel gehören zahlreiche Outer Islands zum Territorium von Yap. Es gibt regelmäßige Flugverbindungen zwischen Yap und Ulithi, Woleai und Fais. Plätze müssen jedoch oft Monate im Voraus gebucht werden. Einmal pro Monat fährt ein Frachtschiff, das auch eine kleine Zahl von Fahrgästen mitnimmt, von Yap zu den Outer Islands.

Bildquelle – istock – Men’s Houses – Yap, Micronesia – Richard-Butterworth